Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt ist die Welt.
Sieh sie dir an! (Kurt Tucholsky)
Diesen Rat von Tucholsky haben wir im Sommer 2008 nur allzu gerne befolgt. Unsere große (übrigens erste Backpacker-)Reise führte uns nach Indonesien.
Dieser Eintrag soll allen Interessierten und potentiellen Reisenden bei ihrer Reiseplanung zu helfen, wir hoffen, wir geben euch einige brauchbare Tipps und Tricks.
Der größte Inselstaat der Welt hat rund 240 Millionen Einwohner, die verschiedensten Ethnien angehören und auf rund 6000 bewohnten Inseln (von über 17.000 insgesamt) leben.
Außerdem zählt Indonesien zu den größten Regenwaldgebieten der Erde, dementsprechend vielfältig sind Flora und Fauna. Vor allem Bali hat von allem etwas zu bieten: Während in den Hochlagen im Inselinneren Erdbeeren, Mais und Tomaten wachsen, gedeihen in den Wäldern Kaffee-, Kakao-, Muskatnuss- und Nelkenbäume. Nahe der Küste wird - ähnlich wie auf Java - vor allem Reis angebaut.
Abgesehen von der Vegetation unterscheiden sich die indonesischen Inseln aber wesentlich. Ein Viertel der Bevölkerung Javas lebt in absoluter Armut, während es viele Balinesen durch den Tourismus zu relativem Reichtum gebracht haben. Die meisten Menschen auf der Insel Flores sind Christen, die Ureinwohner Papuas praktizieren eine Urreligion, die vor allem bei Jäger-Sammler-Völkern verbreitet ist. Das Eisenbahnnetz auf Java ist gut ausgebaut, auf Lombok und Bali muss man auf private oder öffentliche Busse umsteigen.
Allerdings ist Indonesien flächenmäßig so groß, dass nur die wenigsten Touristen den ganzen Staat erkunden - dafür bräuchte es wirklich viel Zeit und sicher auch viel Geld. Und damit wollen wir jetzt auch schon zu den guten Ratschlägen kommen, die (vor allem Anfänger-)Backpackern das Leben in Indonesien erleichtern sollen...
* Indonesien ist an und für sich ein relativ billiges Land (Stand Sommer 2008, Umrechnungsrate von 13.000-14.000 Rupien/Euro). Die jährliche Inflationsrate schwankt zwischen 10 und 15 Prozent. Preisschwankungen gibt es außerdem auch innerhalb des Landes, auffallend sind vor allem die preislichen Unterschiede zwischen Bali und Java. Ungefähr sollte man mit folgenden Zahlen pro Person kalkulieren: Flug München - Jakarta (hin und retour): rund 900 Euro; Sieben Wochen Aufenthalt (inkl. Hotels, Essen, Touren und Souveniers): rund 950 Euro; Reiseversicherung: rund 100 Euro; Ausrüstung (Moskitonetz, Impfungen, Medikamente, Tropenschlafsäcke etc.): rund 400 Euro.
Erfahrene Backpacker können bei den Reisekosten sicher noch rund 200 Euro einsparen (wir haben uns durchgehend Midrange-Hotels gegönnt).
Hier noch einige Richtwerte für Alltägliches:
- Wasser (1 1/2 Liter) = 3.000 bis 6.000 Rp
- Nasi Goreng = 13.000 - 22.000 Rp.
- Noodle Soup = 6.000 - 15.000 Rp.
- Bier (Bintang, 650 ml) = 18.000 - 22.000 Rp.
- Hotel (Midrange, sind auf Bali seltsamerweise billiger als auf Java) = 80.000 - 300.000 Rp.
- Mietwagen mit Fahrer (einen Tag) = 250.000 bis 350.000 Rp.
- Mentos bei Straßenverkäufer = 2.000 Rp.
- Salak (Schlangenhautfrucht, 1 Kilo) = 10.000 Rp.
Die Preise in Indonesien sind fast überall verhandelbar. Auf Märkten etc. ist Handeln sogar ein Muss! Besonders erfolgreich ist meist das Weggeh-Spiel (natürlich nicht gleich!). Hat man ein Angebot gemacht, das man für fair hält und der Verkäufer geht darauf nicht ein, einfach zielstrebig weitergehen. Meist ertönt dann nach wenigen Metern ein "okay, okay, Mister". Preisverhandlungen immer führen, bevor man in ein Taxi eingestiegen, eine Schnorcheltour gebucht oder einen wunderschönen Ring probiert hat...
* Bereits bei der Reiseplanung solltet ihr beachten, dass Indonesien nicht so leicht zu bereisen ist wie europäische Staaten. Unsere Reisepläne für unseren siebenwöchigen Aufenthalt sahen in etwa so aus: Landen in Jakarta, dann fünf bis sechs Naturschutzgebiete auf Java, mit der Fähre nach Bali, vollständige Erkundung der Insel inkl. zwei Bergbegehungen, hinüber nach Lombok, Besteigung des Mount Rinjani, auf die Gili Islands, mit dem Schiff nach Komodo und eine Begegnung der besonderen Art mit den größten Echsen der Welt, zurück nach Java (inkl. Surabaya, Yogya, Malang, Dieng Plateau, Ijen Plateau, Bogor, Bandung) und vor dem Heimflug noch einen Abstecher zu den Thousand Islands oder nach Sumatra...
Im Endeffekt verlief die Reiseroute so: Jakarta - Bogor (Botanischer Garten) - Bandung - Yogya - Surabaya (nur Durchreise) - Lovina (Bali) - Tour ins Inselinnere - Lombok (nur Durchreise) - Gili Islands (Meno und Travangan) - Ubud (Bali) - Tierparks (Elefanten, Schmetterlinge, Affen, Vögel und Reptilien) - Radtour um Ubud - Besteigung des Mount Batur - Sanur - Kuta - Malang (mit Mount Bromo) - Yogya - Jakarta.
Die Moral von der Geschicht: Vieles schaffst du, alles nicht! Besser ist es, bereits zu Hause wichtige Eckpunkte der Reise festzulegen, sich vor Ort dann aber treiben zu lassen (schließlich will man ja nicht nur zwei Tage im Paradies bleiben, falls man es zufällig gefunden hat).
* Die Tatsache, dass es sich bei Indonesien um den Staat mit der weltweit größten islamischen Bevölkerung handelt, veranlasst europäische Medien und auswärtige Ämter zu einiger Hysterie. Bereits im Vorfeld wurden wir immer wieder gewarnt vor islamischen Fundamentalisten und der Gewalt gegenüber europäischen Christen. Diese Panikmache können wir nicht nachvollziehen. Ein überwältigender Großteil der Menschen sind uns wohlwollend und überaus freundlich begegnet und haben uns herzlich in ihrem schönen Land willkommen geheißen. Wir würden sogar sagen, dass die muslimische Bevölkerung anderen Religionen sehr tolerant begegnen. Immerhin gibt es in Indonesien keine Staatsreligion, es ist lediglich verpflichtend, sich zu einer der fünf Weltreligionen zu bekennen.
Natürlich kann man sich (vor allem als weibliche Touristin) das Reisen erleichtern, indem man sich an bestimmte Grundsätze hält. Vor allem auf Java ist ordentliche, Schultern und Knie bedeckende Kleidung angebracht. Außerdem sollte man in der Öffentlichkeit keine Zärtlichkeiten austauschen (Händchenhalten ist unserer Meinung nach aber durchaus erlaubt). Und auch auf Bali ist ein gewisses Maß an Zurückhaltung (in der Kleidung und im Benehmen) angebracht, auch wenn die meisten Touristen sich nicht an die landesüblichen Sitten halten.
* Zu Krankheiten und giftigem Getier: Angemessene medizinische Vorbereitung ist natürlich wichtig. Wir haben uns gegen Hepatitis A, Diphterie, Tetanus, Polio und Typhus impfen lassen. Außerdem haben wir uns mit Malarone (gegen Malaria), Kohletabletten und No-Bite (Insektenschutzmittel) eingedeckt. Wir hatten Glück und haben alle Medikamente originalverpackt wieder mit nach Hause gebracht.
Im Allgemeinen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Gegen Insekten helfen Moskitonetz überm Bett und Insektenschutzmittel im Freien. Magen-Darm-Problemen kann man entgegenwirken, indem man darauf achtet, was und vor allem wo man isst (also: nur Wasser aus der originalverpackten Flasche, Obst und Gemüse nur gekocht oder geschält, zwielichtige Warungs besser vermeiden).
Weitere nützliche Infos, kuriose Erlebnisse, spannende Reiseberichte und das Skurrilste aus sieben Wochen findet ihr in unserem Blog (von dem ihr gerade den ersten Eintrag lest!). Und noch mehr Fotos gibt es unter
http://www.new.facebook.com/album.php?aid=5476&l=94974&id=1250457060
Viel Spaß!
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren!
Nur noch fünf Wochen und ein Tag (...oder 36 Tage) - dann geht es los! Inzwischen laufen unsere Reisevorbereitungen auf Hochtouren. Nachdem wir unseren Flug bereits gebucht haben (München - Dubai - Jakarta), werden wir in den nächsten Tagen auch unsere Visa beantragen. Und das ist gar nicht so kompliziert: Einfach unsere originalen Reisepässe, 35 Euro/Person, die Flug-Buchungsbestätigung, Ingrids Meldezettel, einen Visum-Antrag inkl. Passfoto und ein frankiertes Antwort-Kuvert per Einschreiben an die indonesische Botschaft in Wien schicken. Innerhalb einer Woche sollten wir dann offiziell "in-Indonesien-erwünschte-Personen" sein. ;-)
Letzte Woche haben wir uns außerdem impfen lassen: Gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Tetanus-Diphterie-Polio und Typhus sind wir jetzt immun (seltsamerweise ist das Ganze im impf-süchtigen Österreich - siehe Zeckenimpfung! - fast dreimal so teuer wie in Italien). Dafür ging's Ingrid dann mehrere Tage lang so richtig schlecht, aber wenigstens finanziell hat sich das italienische System ausgezahlt. Malarone, das Medikament gegen Malaria, hat Stefan in der Apotheke besorgt.
Außerdem haben wir uns je ein mit Mücken-Tötungsstoff imprägniertes Moskitonetz und einen Tropenschlafsack gekauft, Stefan außerdem noch supercoole Sonnenbrillen und bequeme Trekkingschuhe (für die Besteigung des Mt. Bromo (2329 m) muss man schließlich gerüstet sein; obwohl man da wahlweise auch auf Pferdln raufreiten kann...).
Und sonst... stöbern wir in unserem lonely planet - und freuen uns!
Es wird ernst!

Die Botschaft hat uns unsere Langaufenthalts-Spezial-Super-Hyper-Visa (Zitat Hinti) zugeschickt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!
02.06.08 15:28:38, 